Existenzgründung ist kein Ponyhof – Meine ersten Hürden und Learnings

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In diesem Artikel erfährst du, wie sich mein Business langsam aber sicher entwickelt und was ich für die kommenden Monate so geplant habe. Außerdem erzähle ich dir noch von meinen ersten Hürden und welche wichtigen Learnings ich durch sie mitgenommen habe.

Vor ein paar Wochen hatte ich plötzlich ein richtig schlimmes Motivationsloch. Ich hatte fast zwei Wochen kaum Energie und meine Gedanken zu der Zeit, waren auch nicht gerade zielführend. Doch woran lag das nur? Ich konnte es mir nicht erklären…

Lag es etwa daran, dass das alles doch nicht das Richtige für mich war?

Hatte ich doch zu wenig Biss um mich aus dieser ohnehin schon schwierigen Situation selbstständig zu machen?

Mein größtes Problem zu dieser Zeit, war an einen Freelancer/Virtual-Assistant Auftrag zu kommen. Damit wollte ich mir neben meinen eigenen Projekten ein bisschen Routine und finanzielle Sicherheit verschaffen. Doch das ganze gestaltete sich doch schwieriger als erwartet. Ich arbeitete an meinem Blog, an Affiliate-Nischenseiten, wollte gleichzeitig noch eine Mastermind-Gruppe ins Leben rufen und ganz nebenbei musste ich meine Vision weiterentwickeln. Außerdem musste ich mich 6 Stunden in der Woche mit meinem Business-Coach treffen und für ihn Aufgaben erledigen.

Mein Kopf war also bis zum Rand mit Gedanken gefüllt und an Boden unter den Füßen war überhaupt nicht zu denken.

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Seit ich meine Gewerbeanmeldung vor ca. 3 Monaten ausgefüllt und abgeschickt hatte, versuchte ich an möglichst viele hilfreiche Kontakte zu gelangen. Von Zeit zu Zeit, versuchte ich immer wieder in Facebook-Gruppen zum Thema online Arbeiten auf mich aufmerksam zu machen. Ich bekam zwar häufig Reaktionen, allerdings durchweg unseriöse Angebote. Kostenpflichtige Freelancer-Porotale wie Upwork oder Twago wollte ich zu Anfang bewusst meiden. Da ich weder genug Geld, noch Lust hatte um schon für die Auftragssuche Geld zu investieren. Noch weniger Lust hatte ich meine Dienste für absolute Dumping-Preise anzubieten, nachdem diese Portale von Billigkräften aus dem Ausland nur so überschüttet werden. Als ich mich mit meinem Existenzgründungs-Coach über meinen Plan unterhielt, als Freelancer nebenbei etwas zu verdienen, riet er mir erstmal mein Profil zu definieren. So könnte ich mich interessanter für potenzielle Auftraggeber machen und spräche eine spezifischere Zielgruppe an.

Mein Profil sah dann erstmal so aus:

  1. Web-Site-Administration & Verwaltung (WordPress)
  2. Social-Media-Channel Verwaltung
  3. Programmierung HTML/CSS (Fortgeschritten)
  4. Texter
    • –  SEO-optimierte, themenspezifische Texte
    • –  Werbetexte
    • –  Unique Content
  5. Grafik und Layout
    • –  Werbegrafik
    • –  Logos/Corporate Design
    • –  Flyer/Visitenkarten
  6. Office-Support/Virtual Assistant

Wohlgemerkt sind das alles Fähigkeiten, die ich mir größtenteils selbst beigebracht habe.

Ausser einer abgebrochenen Ausbildung zum IT-Systemkaufmann, einer zweiten abgebrochenen schulischen Ausbildung zum kfm. Assistent für Informatik und eines mehrmonatigen Praktikums in einer Marketingagentur, kann ich keine beruflichen Qualifikationen zu diesen Punkten vorweisen.

Das lässt einen natürlich erstmal extrem daran Zweifeln, dass man aus dieser Ausgangslage etwas vernünftiges finden kann. Naja, probieren geht über studieren.

Da ich nach einer Arbeit mit einer feste Stundenanzahl suchte, fielen direkt einige Punkte weg.

Übrig blieb dann noch:

  1. Web-Site-Administration & Verwaltung (WordPress)
  2. Social-Media-Channel Verwaltung
  3. Programmierung HTML/CSS (Fortgeschritten)
  4. Office-Support/Virtual Assistant

Nach ungefähr zwei Monaten Suche, verlor ich schon fast den Glauben daran etwas als Freelancer zu finden. Ich hatte zwar über einen Freund zu einem amerikanischen Online-Marketing Unternehmen Kontakt, allerdings meinte der Chef, dass es momentan schwierig sei mich einzulernen, weil er momentan alle Kapazitäten braucht um ein Problem auszumerzen. In einem Skype-Gespräch sagte er mir aber, dass er mich aber gerne in einem neuen Projekt einsetzen würde, dass er bald starten wolle. Er könne mir aber keinen festen Zeitpunkt für den Start nennen.

Soweit so gut. Nur konnte ich mit solchen Aussagen nichts anfangen, da ich mich nicht darauf verlassen konnte. Ich musste mich zwangsläufig weiter umsehen. In einer Facebook-Gruppe, kam ich mit einem Unternehmer in Kontakt, der Websites für Kunden programmierte. Auch hier kamen erst nur recht schwammige Aussagen und das ganze zog sich ohne konkrete Aussagen in die Länge. So langsam verlor ich etwas den Mut, da meine eigenen Projekte neben der Freelancer-Job-Suche nicht richtig in Gang kommen wollten.

 

Learning #1: Motivation, die kostbarste Energie

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Als ich innerlich schon fast die Hoffnung aufgegeben hatte, bekam ich am gleichen Tag E-Mails von Beiden Unternehmen. Sie wollten nun beide anfangen mit mir zu arbeiten. Fuck yeah, endlich! Da meine Zeit natürlich auch begrenzt ist und ich nebenbei an meinen eigenen Projekten arbeiten wollte, musste ich mich nun für eines von Beiden entscheiden.

Die Entscheidung viel mir nicht schwer, da mein Freund schon längere Zeit, ohne Komplikationen für das Marketing-Unternehmen arbeitete und mir das sicherer erschien. Außerdem ist die Firma seit 10 Jahren erfolgreich im Affiliate-Marketing tätig, im gleichen Sektor, in dem ich vorläufig mit meinem eigenen Unternehmen Fuß fassen möchte. Hier hatte ich also mehr Sicherheit, den größten Lerneffekt und das Glück, dass ich mich mit dem Chef auf Anhieb gut verstand. Ich erzählte ihm über Skype von meiner Idee und er bot mir direkt an mir jederzeit Fragen zu beantworten und Hilfestellung zu geben. Er schlug mir sogar noch vor, später evtl. gemeinsame Sache zu machen.

Nun brannte ich wieder nur so vor Motivation und mir war plötzlich klar, warum ich die letzten Wochen so ein Energietief hatte. Erfolgserlebnisse sind für deine Motivation unfassbar wichtig. Erfolgserlebnisse sind quasi dein Treibstoff. Ich hatte meine Meilensteine/Zwischenziele zu hoch angesetzt. Wenn du deine Selbstmotivation kontinuierlich aufrecht erhalten willst, musst du tatsächlich ganze kleine Schritte gehen. Andernfalls könnte dir das Warten auf Erfolgserlebnisse schnell einen Strich durch die Rechnung machen, weil du nur noch das Gefühl hast auf der Stelle zu rudern.

 

Learning #2: Fokus, warum er so verdammt wichtig ist

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Bevor ich den Entschluss gefasst hatte, mich selbstständig zu machen, las ich mich öfter durch Blogs von Gründern. Viele Gründer scheiterten vorläufig, weil sie sich zu viele Projekte aufgehalst hatten. Ich dachte, dass ich das verinnerlicht hatte. Von Wegen. Mir wurde erst vor Kurzem so richtig bewusst, wie meine Konzentration darunter litt, an mehreren Dingen gleichzeitig zu arbeiten. Da ich sehr sprunghaft bin und meine Interessen weit gestreut sind, fühlte es sich für mich einfach besser an, immer wieder Häppchenweise an verschiedenen Baustellen zu arbeiten.

Leider musste ich aber einsehen, dass man so einfach nicht richtig weiter kommt. Um richtig fokussieren zu können, musst du dir klare Ziele setzen und darfst dich nicht ablenken lassen. Kleinere Aufgaben, die nichts oder wenig mit deinem Fokus-Ziel zu tun haben, kannst und solltest du nur erledigen, wenn sie zeitlich überschaubar sind. Solche Aufgaben sollte man dann nach Möglichkeit auch direkt abarbeiten. Alles andere stellst du besser erstmal hinten an.

Auch wenn ich mehr Entrepreneur/Ideengeber, als rein wirtschaftlicher Unternehmer bin, musste ich mich von einigen Projekten vorläufig verabschieden und meine Planung zentrieren. Ich musste einsehen, dass ich leider vorerst umsatzorientiert handeln muss. Nur so gelange ich schneller zu meinen Herzens-Projekten. Denn Umsatz bedeutet finanzielle Kapazitäten, um Dinge delegieren zu können, die dir Zeit rauben. Es ist sowieso schon schwierig genug ohne Startkapital, nein sogar mit 1.200,- EUR Schulden in die Selbstständigkeit zu starten.

 

Was steht in nächster Zeit an

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Da ich immer wieder Nachrichten und E-Mails von Lesern bekomme, lerne ich immer wieder interessante Menschen kennen. Seit ein paar Wochen schreibe ich nun mit einer Leserin die etwas jünger ist als ich. Welche sich in einer noch schwierigeren Lage als ich befindet. Aus gesundheitlichen Gründen, ist sie zum Sozialfall geworden, hat keine Ausbildung und sieht einfach keine Perspektive mehr. Vom JobCenter wird sie auch nur noch als Sozialfall behandelt und bekommt keine richtige Chancen mehr ins Berufsleben einsteigen zu können. Grauenhaft.

Da ich in ihr großes Potenzial sehe, schlug ich ihr vor, ihr beim Start in die Selbstständigkeit zu helfen. Außerdem bot ich ihr an mit mir zusammen zu arbeiten. Darüber freute sie sich riesig und ich wiederum natürlich auch. 🙂 Ich bin gerade dabei einen Ausbildungsplan zu entwickeln und habe vor sie in den nächsten Monaten auf meinen Stand zu bringen. Ich möchte mir ihr gemeinsam an Online-Marketing Projekten arbeiten. Übrigens habe ich beschlossen in den nächsten Monaten ein Team aufzubauen, mit welchem ich mehrere Nischenseiten pro Monat aufbauen möchte. Vor Kurzem habe ich noch jemand anderen kennen gelernt, der sich ebenfalls in einer schwierigen Lage befindet. Ich hoffe ich kann auch ihm etwas helfen.

Wenn du auch Interesse hast, dich im Online-Marketing selbstständig zu machen, motiviert bist und Interesse an Teamarbeit hast, kannst du dich gerne bei mir in Facebook oder unter kontakt@neuzeitrebell.de melden. Außerdem suche ich Texter für eine langfristige Kooperation im Bereich SEO-optimierte Texte/Artikel.

 

Existenzgründungs-Coaching

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Wie du vielleicht schon in früheren Beiträgen gelesen hast, bekomme ich 1to1 Existenzgründungs-Coach vom JobCenter gezahlt. Nachdem ich mit meinem Coach an meiner Planung und meinem Geschäftskonzept in letzter Zeit gefeilt habe, geht es nun ans Eingemachte. Momentan geht es um Zahlen und die Vorausplanung für die kommenden Jahre. Ich entwickle gerade Stück für Stück meinen Businessplan mit Umsatzplanung/Rentabilitätsvorschau und allem was dazu gehört. Außerdem stellt er mir eine fachkundige Bescheinigung aus, dass er von meiner Idee und meiner Unternehmensplanung überzeugt ist. Diese Bescheinigung benötigst du, um beim JobCenter das sogenannten Einstiegsgeld (ähnlich dem Gründerzuschuss) zu beantragen. In etwa 4 Wochen bin ich mit dem Coaching fertig und beantrage den Zuschuss.

Falls ich das Einstiegsgeld für 6 oder max. 9 Monate(ca. 210,- EUR zusätzlich pro Monat) bewilligt bekomme, werde ich direkt die ersten Texter-Aufträge für meine Nischenseiten auslagern. Man kann sich die gesamte Summe des Einstiegsgeldes auch sofort auszahlen lassen.

Absprung vom Arbeitsamt/Jobcenter

Etwas tricky ist es noch, die max. Verdienstgrenzen nicht zu überschreiten und im Leistungsbezug zu bleiben. Hierbei geht es nicht um die einzelnen Monate, sondern lediglich um die Summe am Ende der 6 Monate. Würde ich aus dem Leistungsbezug herausfallen, muss ich natürlich Miete und Krankenkasse gleich noch selbst zahlen. Ich möchte also den Leistungsbezug vorläufig noch als Sprungbrett nutzen. Das hat mir mein Business-Coach auch wärmstens ans Herz gelegt.

Sobald du dein Gewerbe angemeldet hast und es beim JobCenter angibst, wird dir übrigens der sog. EKS-Bogen SOLL (EKS = Erklärung zum Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit) vom JobCenter zugeschickt.

Hier musst du deine Schätzung abgeben, wie viel du in den kommenden 6 Monaten an Umsatz denkst zu generieren. Eine realistische Einschätzung ist dabei das A und O. Nach den 6 Monaten bekommst du nämlich erneut einen EKS-Bogen zugesandt. Dieses mal musst du aber den IST-Stand angeben, dass heißt welchen Umsatz du letztendlich erwirtschaftet hast. Wenn du deine Ein- und Ausgaben bis dahin nicht im Blick hast, kann es schnell passieren, dass du dann Geld nachzahlen musst. Quasi alles an Leistung die du zu viel bezogen hast. Schlimmsten Falls möchte sogar noch die Krankenkasse nachträglich Geld für den Zeitraum von dir.

Ich muss meine Zahlen also genau beobachten, es steht mir aber während den 6 Monaten jederzeit frei, den Leistungsbezug frühzeitig zu verlassen. Sollte sich mein Umsatz unverhofft explosionsartig entwickeln, musst ich nur schnell genug handeln.

 

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Bis dahin ganz liebe rebellische Grüße,

dein Andi

5 Gedanken zu „Existenzgründung ist kein Ponyhof – Meine ersten Hürden und Learnings

  • Hey Andi!
    Mal wieder ein sehr ehrlicher und aufschlusdreicher Text von dir. War sehr interessant und hat mir gefallen. Irgendwie konnte ich mich in ihm wiederfinden…hmmm….
    Liebe Grüße, Madeline ?

  • Hi Andi, jetzt komme ich endlich auch mal dazu, was zu schreiben – gelesen hab ich diesen Beitrag gleich zu Beginn! Finde es super auf den neuesten Stand gebracht zu werden und auch extrem interessant wie es bei dir so läuft! Ohnehin Hut ab, dass du anderen Leuten so unter die Arme greifst, obwohl die Zeit teilweise eh dahin läuft. Bin ja zurzeit selber dabei mich selbstständig zu machen, vordergründig jetzt mal in allgemeinen Tätigkeiten wie Übersetzungen etc., aber definitiv möchte ich in Zukunft auch an meinen eigenen Projekten arbeiten! Der Anfang ist schwer, v. a. wie du so schön schreibst die Kundensuche, besser gesagt die Suche nach Kunden, die auch wirklich potential haben! Aber ich bin davon überzeugt, dass wir das alle rocken!!! 🙂 Freu mich drauf mehr von dir zu lesen. Liebe Grüße, Ella

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