1400 Km zu Fuß – Eine total verrückte Reise – Italien/Frankreich/Spanien (Teil 3)

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In diesem Teil der Artikelserie “1.400 Km zu Fuß – Eine total verrückte Reise” erzähle ich dir, wie David und mein Weg nur noch zu zweit weiter ging und was sich für uns dadurch veränderte. Außerdem erfährst du wie wir endlich die erste Ländergrenze übertreten und uns erst etwas schwer taten, uns im neuen Land zu akklimatisieren.

Falls du Teil 2 noch nicht gelesen hast, solltest du das dringend nachholen: Zu Teil 2

Nachdem wir zwei ziemlich depressive Tage in Sam Remo verbringen mussten, hatte sich Davids Fuß zum Glück wieder einigermaßen erholt. Wir machten uns auf zu neuen Abenteuern und ließen die letzte größere Stadt, bevor wir zur französischen Grenze gelangen sollten, hinter uns.

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Ich muss ehrlich zu dir sein. Ich und David waren schon immer ziemliche Sportmuffel. Das erste Problem, was uns beiden relativ bald bewusst wurde, war das die anderen zwei Jungs wesentlich mehr Antrieb hatten und uns das nun irgendwie fehlte. Hm, was nun? Wie sollten wir uns beide motivieren? Naja, das wird sich hoffentlich irgendwie ergeben, dachten wir uns und liefen etwas niedergeschlagen weiter. 

Die letzten Kilometer in Italien waren landschaftlich wirklich super schön. Wir freuten uns aber schon auf die französische Natur und waren gespannt, wie schnell sich die Umgebung um uns herum verändern würde.

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Einen tag später erreichten wir tatsächlich die erste Ländergrenze und strotzten beim Übertreten nur so vor neuer Motivation. Verdammt nochmal wir sind in Frankreich, YES!! Wir haben es tatsächlich bis hier hin geschafft. Fast einen Monat laufen… Ein unfassbar geiles Gefühl.

 

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Schon wenige Kilometer nach der Grenze kamen wir in Menton, der ersten französischen Stadt, an. Oha. Was für ein krasser Kontrast zu Italien. Schon in der ersten Stadt konnte man sehen, dass es hier wirklich komplett anders zu ging. Der Straßenbau perfekt, alles blitz blank sauber, alle Häuser perfekt in Reih und Glied. Einfach alles war hier in perfekter Ordnung, wie man es aus Deutschland gewohnt ist. Kulturschock, igitt.

Auch wenn ich mir das schon zuvor dachte, überrumpelte mich dieser Ordnungswahn total. Das war mir fast zu viel und ich fühlte mich von Anfang an, nicht wirklich wohl.

Ein paar Tage darauf erreichten wir Monaco, den absoluten High-Society-Brennpunkt auf unserer Reise. Wer es nicht weiß, Monaco ist ein eigenständiger Stadtstaat, der zwar sowohl in der Außen- als auch in der Handelspolitik eng mit Frankreich verflochten ist, aber ansonsten komplett losgelöst ist.

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Da ich ein großer Auto-Fan bin, verschlug es mir ungefähr alle 5 Minuten die Sprache. Was hier an Geld, in Form von überteuerten High-End Luxus Autos herum stand, war wirklich der helle Wahnsinn. So eine massive Geldverschwendung. Traurig und faszinierend zugleich.

Nach einigen Stunden erreichten wir die Welt-berühmte Rennstrecke, den Circuit de Monaco. Hier fahren jedes Jahr die besten Rennfahrer der Welt, um den großen Preis von Monaco. Ein wirklich spektakuläres Ereignis, denn die Rennstrecke geht tatsächlich mitten durch zwei Stadtteile von Monaco und ist daher extrem gefährlich.

 

Nachdem wir den erneuten Kulturschock einigermaßen verdaut hatten und etwas weiter weg von Monaco waren, sahen wir dieses Schild, kurz bevor es in einen Tunnel ging:img_6157

Nice! Bald kommen wir nach Nizza (Nice), eine Stadt auf die ich mich schon länger gefreut hatte! Und Alter .. 620m Tunnel, wie uncool ist das denn.(?)

 

An dieser Stelle mein größtes Beileid an diechristian-1316206_1280 Opfer des Anschlags vom 14. Juli 2016. Ich lief an der gleichen Promenade, die man in den Videos sehen kann .. Einfach nur grauenhaft, zu was Menschen fähig sind.

 

Nizza ist wirklich eine sehr schöne Stadt, so ganz anders als der Rest, der französischen Städte an der Küste. Viele Menschen, die positive Energie ausstrahlen und lachen. Die Stadt an sich hat wunderschöne große Plätze mit Wasserdampfdüsen, die alle paar Minuten die Menge mit einer ordentlichen Portion Freshness versorgen. Außerdem gibt es tolle Clubs, Bars und Restaurants und einen wunderschönen Strand, der direkt am eisblauen Meer angrenzt. In Frankreich hat das Mittelmeer einen wirklich wunderschönen Blauton. Nizza ist mir auf jeden Fall im Gedächtnis geblieben, obwohl ich alles Andere als ein Stadtmensch bin.

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Inzwischen hatten uns David und ich schon ganz gut daran gewöhnt, wieder zu zweit unterwegs zu sein. Es gab schon einige Nachteile daran, unter Anderem die Sicherheit Nachts (Ich schlief generell nur mit Messer unter meinem Kopfkissen) oder das man nur noch kleinere Portionen einkaufen konnte, was uns natürlich letztendlich teurer kam. Im Großen und Ganzen tat das unserer Freundschaft aber verdammt gut, weil wir wieder mal sahen, dass wir uns einfach aufeinander verlassen konnten. Wäre doch gelacht, würde das nicht auch zu Zweit gehen!

Mittlerweile waren schon fast fünf Wochen vergangen. Wir passierten Cannes, wo ein paar Tage zuvor die berühmten internationalen Filmfestspiele statt fanden. Danach kamen wir zur zweiten High-Society-Hochburg St. Tropez, die spätestens Jedem nach dem Summerhit 2011 von DJ Antoine – Welcome to St. Tropez, ein Begriff sein sollte. Was soll ich sagen. Ich hätte mir St. Tropez genau so vorgestellt. Wer Geld zum Fenster raus blasen möchte, ist dort mehr als gut aufgehoben. Aber einmal Party machen würde ich dort schon auch, hätte ich das Geld dazu. Haha

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Einige Tage zuvor, verpassten wir leider knapp das jährliche Harley-Davidson Treffen zwischen Grimaud und St. Maxime. Wir waren sogar noch auf dem Gelände, während schon Alles abgebaut wurde. Auch, wenn ich wirklich auf den Sound einer Harley stehe .. nach tagelangem Gedröhne von den mit Bikern nur so vollgestopften Straßen, verging es selbst mir. Es waren aber selbst nach dem Treffen noch überall Biker, die wohl  noch etwas Urlaub machten. Unglaublich, mit welchen Maschinen die teilweise unterwegs waren.

 

 

Alles in Allem, hatten David und ich uns nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut in Frankreich eingelebt. Allerdings waren wir etwas enttäuscht davon, dass wirklich sehr viele Franzosen keine Lust haben mit dir zu sprechen, sobald klar ist, dass du aus Deutschland kommst. Wenn man nach dem Weg fragt, bekommt man zu 90% falsche Infos und Englisch sprechen möchten sowieso nur die Wenigsten, auch wenn sie es ganz offensichtlich können. Dieser falsche Nationalstolz ist milde ausgedrückt wirklich zum ko****. I am sorry. Lasst die Vergangenheit ruhen. 

Selbstverständlich ist das nur meine persönliche subjektive Wahrnehmung, ich will damit auch nicht sagen, dass jeder Franzose so ist.

In Teil 4 dieser Artikelserie, erfährst du wie ich einen echt gefährlichen Magendarm-Infekt bekam. Besser ging es kaum. Außerdem kommen wir wieder in abgelegene Naturgebiete und holen sogar die anderen Jungs wieder ein! Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich sehr über ein Like auf meiner Facebook-Fanpage freuen. Außerdem würdest du mir einen riesigen Gefallen tun, wenn du meine Beiträge teilst und deinen Freunden von meinem Blog erzählst.

Bis dahin ganz liebe rebellische Grüße,

dein Andi

 

 

 

2 Gedanken zu „1400 Km zu Fuß – Eine total verrückte Reise – Italien/Frankreich/Spanien (Teil 3)

  • Hi Andi,

    es macht richtig Spass, Dich auf Deiner Reise zu Fuss begleiten zu können.

    Ich denke, es ist bestimmt nicht einfach, von einer Reise zu Fuss – langsam und bodenständig im wahrsten Sinne des Wortes – in solche High Society Hochburgen wie Nizza, Cannes, Monaco zu kommen. Gegensätzlicher geht es kaum!

    Mir gefällt auch, wie Ihr Beiden Euch durchkämpft, trotz anfänglichem Kulturschock, Krankheiten, Schmerzen. Klasse! Ich denke, auch deshalb wird Euch die Reise lange und nachhaltig in Erinnerung bleiben. Wofür man (etwas) kämpfen muss, ist etwas Besonderes.

    Ist eventuell schon die nächste Fernwanderung geplant?

    Fussige Grüsse, Jana

    • Hallo liebe Jana,

      das freut mich sehr zu hören! Ja da liegst du vollkommen richtig, dieser permanente Kontrastwechsel ist zwar aufregend, aber auch echt anstrengend. 🙂
      Diese Reise wird mir ganz sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Im April/März geht’s auf den Camino del Norte (ca. 850km, aber mit vielen Steigungen und viiiel Natur) der Urpilger-Jakobsweg an der nördlichen Küste Spaniens. Der ist zum größten Teil noch sehr unbekannt und auch nur eine grobe Richtlinie für uns .. nach vorgegebener Strecke laufen wir nicht. haha

      Sind auch schon auf der Suche nach eventuellen Sponsoren, die uns das Leben etwas leichter machen. Habe vor Videotagebuch zu führen und ein paar Dinge die ich mich noch für mich behalte.

      Freue mich schon riesig drauf!

      Ganz liebe fussige Grüße zurück, Andi

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