Anonymes mobiles Arbeiten – Warum es bald schwieriger wird

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Der Sicherheitsfanatismus ist auch in Deutschland eingekehrt und macht es schwer, wirklich frei und unabhängig mobil zu arbeiten. Dank den neuen Regelungen wird man nun noch mehr Spuren im Alltag hinterlassen und es wird immer leichter nachzuvollziehen sein, wie man lebt und wo man lebt.

 

Wie sehen die neuen Regelungen aus?

smartphone-1284501_1920Bisher gab es bereits die Pflicht, bei Mobilfunk-Verträgen und Prepaidkarten den Nutzer zu identifizieren, also Name und Adresse zu erheben. Allerdings wurde das in den meisten Fällen nicht geprüft und daher war es möglich, die entsprechenden Sim-Karten auch auf Angela Merkel oder Donald Duck zu registrieren. Bei Handyverträgen und auch bei den beliebten Allnet Flatrates war das weniger ein Problem, da hier Rechnungen gestellt werden müssen und damit der Nutzer identifiziert wird.

Mit den falschen Daten bei Sim-Karten ist aber jetzt Schluss. Der Bundesrat hat mittlerweile den Gesetzentwurf zur Terrorabwehr durchgewunken und dabei auch beschlossen, dass Prepaid-Karten nur gegen Vorlage des Ausweises verkauft werden dürfen. Die Händler und Verkäufer haben dies zu dokumentieren und daher müssen die Ausweisdaten sowohl im Internet, als auch vor Ort erfasst werden. Im neuen Gesetz heißt es dazu:

 

Falls bei Erwerb des im Voraus bezahlten Mobilfunkdienstes aufgrund des gewählten Vertriebsweges eine Überprüfung anhand eines vorgelegten gültigen amtlichen Ausweises ausscheidet, kann diese durch andere geeignete Verfahren durchgeführt werden, wie beispielsweise eine Überprüfung des Identitätsnachweises durch Web-Ident oder Post-Ident-Verfahren. Dabei ist entscheidend, dass eine unmittelbare Identifikation anhand eines Identitätsdokumentes zu einem Zeitpunkt vor der Freischaltung der vertraglich vereinbarten Mobilfunkdienstleistungen stattgefunden hat. Die Überprüfung kann auch durch Nutzung des erworbenen Mobilfunkdienstes selbst geschehen, z. B. kann eine erworbene SIM-Karte für ein digitales Überprüfungsverfahren verwendet werden.

 

Damit soll es zukünftig unmöglich werden, Sim-Karten (vor allem im Prepaid Bereich) anonym oder pseudonym zu nutzen. Wer unerkannt online unterwegs sein möchte, muss sich also etwas einfallen lassen, ansonsten werden persönlichen Daten, Surfgewohnheiten und natürlich auch die besuchten Orte (per Funkzelle) bei den Providern gespeichert. Im Zuge der (bereits beschlossenen) Vorratsdatenspeicherung können dann staatliche Stellen darauf zugreifen und so die privaten Daten von mehreren Wochen auswerten.

 

Was kann man dagegen tun?

Wie bei den meisten Gesetzen gibt es aber auch bei der neuen Ausweispflicht für Sim-Karten einige Möglichkeiten diese zu umgehen und weiterhin anonym und datensparsam im Internet unterwegs zu sein. Die größte Schwachstelle im neuen Gesetz liegt dabei darin, dass es nur auf die Zukunft ausgerichtet ist. So muss bei zukünftigen Verkäufen immer der Ausweis vorliegen und auch erfasst werden, bereits auf dem Markt vorhandene Handykarten werden aber nicht betrachtet. So gibt es keinen Zwang, die Inhaber von Karten zu identifizieren, wenn die Karte bereits ausgeliefert und in Benutzung ist. Man schätzt aktuell mehr als 100 Millionen Sim-Karten auf dem deutschen Mobilfunk-Markt. Darunter sind sicher auch einige Millionen Karten mit nicht korrekt erfassten Daten. Diese sind auch nach der Gesetzesänderung nutzbar und bieten damit auf Jahre hinaus die Möglichkeit, anonym zu kommunizieren.

Diese Möglichkeit eröffnet auch weitere Varianten, den Ausweiszwang zu umgehen. Zwar müssen die Anbieter die Karten beim Kauf registrieren und die entsprechenden Daten speichern, es gibt aber natürlich immer die Chance, die Karten weiter zu verkaufen oder solche Karten zu erwerben. Auf Flohmärkten und bei Kleinanzeigen finden sich häufiger solche Sim-Karten. Diese sind dann oft auf einen komplett anderen Namen registriert und können weiter genutzt werden.

Darüber hinaus gibt es eine gewisse Kulanz-Zeit, bis das Gesetz voll wirksam wird. Anbieter haben 12 Monate Zeit, um die neuen Vorgaben umzusetzen und in ihre Prozesse der Bestellung zu integrieren. Damit haben auch Kunden die Möglichkeit, in den nächsten 12 Monaten noch Sim-Karten zu kaufen, ohne das der Ausweis verlangt wird. Allerdings sollte man sich beeilen, denn im Laufe der Zeit werden sicher immer mehr Anbieter auf die Ausweispflicht umstellen und die Möglichkeiten, Prepaidkarten ohne Ausweis zu bestellen, werden daher immer weiter abnehmen.

 

Tipp: Von Mobilfunk auf WLAN wechseln

 

Eine weitere wireless-150420_1280Alternative wäre, gar nicht über die Sim-Karte mobil ins Netz zu gehen, sondern freie Hotspots und WLAN vor Ort zu nutzen. Viele Städte haben bereits eine aktive Freifunk-Community über deren Nodes man einfach ins Netz gehen kann, ohne viele Datenspuren zu hinterlassen. Auch sonst findet man immer mehr freie Netze, die man nutzen kann ohne eine Ausweis bemühen zu müssen.

Insgesamt gesehen zeigen die vielen Ausnahmen und Umgehungsmöglichkeiten der neuen Gesetze, dass es dem Namen kaum Ehre macht und zu Terrorbekämpfung recht wenig taugt. Es macht den Bürger lediglich etwas durchsichtiger, soweit dieser es zulässt und bietet für wirkliche Verbrecher nach wie vor die Möglichkeit, unerkannt zu kommunizieren. Untauglichkeit hat die Regierung aber bisher selten davon abgehalten Gesetze anzuwenden und daher wird auch dieses Gesetz in 12 Monaten umgesetzt werden. Man sollte dann also den Ausweis bereit halten, wenn man eine neue Sim-Karte kaufen geht.

 

Der Autor möchte anonym bleiben.

Er nennt sich Herr Schmidt (Pseudonym) und hat sich auf IT-Technik/Mobilfunk spezialisiert.

Herr Schmidt schrieb bereits für diverse Technik-Seiten, wie z.B. appdated.de oder digitalweek.de

 

Der Überwachungswahnsinn in Deutschland wächst stetig und wir werden immer transparenter. Die Regierung versucht die Wahrheit, durch fadenscheinige und lächerliche Verschleierungstaktiken vor uns zu verbergen. Ich bin kein Verschwörungs-Theoretiker. Was hier vor sich geht muss selbst dem größten Ignoranten auffallen. Lass uns dagegen vorgehen! Du hast wichtige Infos zum Thema oder möchtest deinen Beitrag leisten um die Öffentlichkeit aufzuklären und zu warnen? Melde dich bei mir!

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Ganz liebe rebellische Grüße,

dein Andi

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Hey! Ich heiße Andi, bin 26 Jahre alt und wohne momentan in der Provinz Augsburgs. Ich bin ich ein absoluter Naturmensch und angehender digitaler Nomade, der immer auf der Suche nach dem Abenteuer ist!

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